Vertiefung
Der Begriff bündelt die Frage, was eine Benennung in einer bestimmten Sprache an Unterscheidungen, historischen Erfahrungen und Gebrauchsweisen mitführt. Er ist keine nachgewiesene ältere Fachbenennung und keine Umbenennung von Levelts mentalem Lemma. Ein deutsches und ein englisches Profil können deshalb dieselbe Frage bearbeiten, ohne identische Bedeutungs- und Denkwege zu ergeben.
Denkbewegung
1. Eine sprachspezifische Benennung als Zugang bestimmen. 2. Gebrauch und Geschichte in jeder Sprache getrennt untersuchen. 3. Gemeinsamkeiten und Unterschiede benennen, ohne Übersetzung mit Identität gleichzusetzen.
Wissenschaftlicher Anwendungsfall
Eine bilinguale Begriffsanalyse dokumentiert getrennte Gebrauchsbelege und historische Abgrenzungen beider Leitlemmata; ihre Unterschiede werden als Ergebnis, nicht als Übersetzungsfehler ausgewiesen.
Beispiel
Eigenes Beispiel: Ein zweisprachiges Profil vergleicht nicht nur die Wörter, sondern prüft getrennt, welche Verwendungen und Abgrenzungen die jeweilige Sprachgeschichte trägt.
Gegenbeispiel
Eine bloße zweisprachige Vokabelgleichung Ein gewöhnliches Stichwort mit einer Übersetzung ist noch kein Sprachlemm im Atlas-Sinn. Erforderlich ist die dokumentierte Verbindung von Gebrauch, Denkbewegung, kulturellem Horizont und kontrollierter sprachübergreifender Abgrenzung.
Abgrenzung
Das Wörterbuchlemma ist eine redaktionelle Adresse. Das mentale Lemma bezeichnet in psycholinguistischen Modellen eine andere Analyseebene. Sprachlemm ist hier eine offengelegte methodische Setzung des Atlas.
Wirkung auf Denken und Wahrnehmung
Die präzisierte Unterscheidung macht nachvollziehbar, was am konkreten Beispiel geprüft wird und wo die Erklärung ihre Grenze erreicht.
Resonanz
Der Vergleich mit einem benachbarten Begriff verändert die Rückkehr zum Ausgangsbeispiel, ohne die beiden Begriffe gleichzusetzen.
Etymologie
Redaktionelle Wortbildung des Atlas aus Sprache und Lemma; kein historischer Erstbeleg außerhalb des Projekts behauptet.
Provenienz
Redaktionelle Präzisierung vom 15.10.2026, Pakete D01–D11; ursprünglicher kanonischer Nachweisbestand separat erhalten.
Diesen Eintrag zitieren
Reich, Michael (Hrsg./ed.): „Sprachlemm“. Atlas der Sprache, AT-W3-0402. ATLAS 260, Datenmodell 1.6.0. https://atlasdersprache.de/begriff/AT-W3-0402Die Adresse bleibt stabil; der Inhalt kann redaktionell fortgeschrieben werden. Redaktioneller Lesestand: 2026-10-15. Für genaue Nachweise zusätzlich das Abrufdatum angeben.
Quellengebundene historische Einordnung · redaktionell präzisiert
Sprachlemm ist eine methodische Eigenbenennung des Atlas. Ein älterer fachhistorischer Status wird nicht behauptet; insbesondere wird keine Abstammung von Levelts mentalem Lemma konstruiert.
Stand dieser Präzisierung
Am 15.10.2026 redaktionell angenommen. Die im Profil genannten Quellen und Begrenzungen tragen diese Lesart. Eine ältere abweichende Profilfassung wird hier nicht zusätzlich als aktuelle Erklärung angezeigt; der ursprüngliche Nachweisbestand bleibt unverändert archiviert. Dies ist keine neue Erstbeleg- oder Vollverifikationsbehauptung.